Ungarns Kirchen gegen die Gewalt

Dienstag (3. 3. 2009) wurden die Opfer jenes Mordes beerdigt – einen jungen Vater und seinen fünf jährigen Sohn – die vorige Woche von unbekannten Tätern ermordet wurden, nachdem ihr Haus in Brand gesetzt wurde. Die Opfer waren Roma Abstammung. Vor drei Wochen wurde mit mehreren Messerstichen der Spieler einer Handballmannschaft in einer transdanubischen Kleinstadt ermordet und zwei weitere Spieler wurden schwer verletzt. In diesem Fall waren die Täter Roma Abstammung. Die zwei genannten Fällen sind die Spitzen eines Eisberges in der Gewalttatenreihe, mit der die ungarische Öffentlichkeit konfrontiert wird. Die Ungarische Bischofskonferenz gab am 3-ten März eine Erklärung im Zusammenhang mit dieser Gewalttatenreihe. Auch die protestantischen Kirchen drückten ihre Meinung aus.

Die Bischöfe drückten ihr Beileid den Angehörigen der Opfer aus und gleichzeitig sprachen über ihre Sorge, dass die Gewalltaten mit einer Provokation begleitet werden, die die Ungarn als Rassisten brandmarket. Die entscheidungsträger werden aufgefordert, sich anstatt Medienlösungen mit wirklichen Fragen – mit Fragen der öffentlichen Sicherheit, der gesundheitlichen Versorgung, Schutz der Familien und Erziehung der Jugend – zu beschäftigen. In dieser Provokation wird sogar gewagt, dass falsche Demonstration mit Anwendung von extremen Symbolen organisiert werden, obwohl solche überhaupt keine gesellschaftliche Basis haben. Solche Aktionen verdecken die wahren Probleme und lenken die Aufmerksamkeit ab.

Die Mitglieder der Gesellschaft, vor allem diejenigen, die mit Arbeit eines ganzen Lebens zum Bau unseres Landes beigetragen haben, erwarten mit Recht, dass nicht sie die Hauptopfer der Restriktionen werden.

Die Kirche möchte gemäß ihrer Sendung von Jesus Christus die Frohbotschaft weiterhin verkünden und dem Allgemeinwohl dienen – schreiben die Bischöfe in ihrer Erklärung.

Im Hintergrund der genannten Fälle ist die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage und die immer schlimmere öffentliche Sicherheit. Die schwere wirtschaftliche Situation betrifft sehr die Bevölkerung des Landes. In einigen Regionen des Landes leben sehr viele Menschen in tiefer Armut. Das betrifft sowohl die Ungar als auch die Roma. Es gibt einige, die in der Kriminalität – im Stehlen – die Möglichkeit sehen. Alte, ausgelieferte Menschen bedrohen sie, rauben sie aus, sie der beraubend, wass sie mit eigener Arbeit für sich erwirtschaften – im eigenen Garten. Kriminelle Gruppen, unter denen Roma und Ungar genauso vorkommen, berauben Menschen oft mit Erpressung oder Kreditwucher ihres Hauses und halten mit ihrer Gewalttätigkeit ganze Dörfer, ganze Stadtteile in Angst.

Die Situation wird dadurch noch verschärft, dass die Täter – die Diebe und Mörder – oft nicht gefangen werden können oder die Gefassten milde Strafe bekommen. Die Menschen fühlen sich ausgeliefert. Das wird dadurch noch verschärft, dass die Politiker, und die Sicherheitszuständigen noch vor Abschluss der Ermittlungen rassistische Beweggründe hinter den Gewalttaten annehmen, und so die Spannung weiter anheizen.

In dieser Situation wollten die Kirchen ihre Meinung aussprechen. Neben der oben bekannt gegebenen Erklärung der katholischen Kirche gab die Evangelische Kirche auch eine Erklärung aus, die Verantwortung der Zuständigen zu wecken, aber sie appellieren auf das Gewissen und Verantwortung aller Menschen.

In gleichem Sinne kam Gusztáv Bölcskei, Vorsitzender des Konzils der Reformierten Kirche zu Wort. „Die heutige Situation ist das Ergebnis von jahrelangen Versäumnissen, das Ergebniss von langen Gemeinschaftszerstörenden Prozessen, darin haben die Politiker, die Machthaber große Verantwortung. Heutzutage ist eine solche Politik und Regierungsarbeit vonnöten, in der es um Menschen, Gesellschaft geht, und nicht in erster Linie egoistische und kurzsichtige Ziele vor Augen hat.“.

Magyar Kurír

© Híreink „Magyar Kurír” forrásmegjelöléssel szabadon felhasználhatók.
Cimkék:

Magyar Kurír Szerkesztőség | Postacím: 1364 Budapest, Pf.: 41. | Tel.: 479-20-20 Fax: 479-20-21 | E-mail: mk@katolikus.huImpresszum | Médiaajánlat